Gebäudesicherheit

 

Im Interview mit Herrn Thorsten Grimm, Key Account Manager Medium Business bei Axis Communications, wollen wir uns insbesondere heute über die neuen Anforderungen für Gebäudesicherheit aber auch einige Speziallösungen für unterschiedliche Branchen nähern.

 

Axis ist Marktführer im Bereich Netzwerk-Video. Seit 1996 entwickelt das immer wieder neue Netzwerk-Kameras, Video-Encoder, Netzwerk-Videorekorder, Audio, Zubehör und Videoverwaltungssoftware für die Sicherheit von Unternehmen. Mit mehr als 80.000 Partnern über 170 Ländern ist das Unternehmen global aufgestellt.

 

Im Interview mit Herrn Thorsten Grimm, Key Account Manager Medium Business bei Axis Communications, wollen wir uns insbesondere heute über die neuen Anforderungen für Gebäudesicherheit aber auch einige Speziallösungen für unterschiedliche Branchen nähern.

 

IT&MEDIA: Herr Grimm, wenn man auf Ihrer Internetseite surft, kann man praktisch zu jeder Branche eine entsprechende Lösung Ihres Unternehmens finden: Einzelhandel, Verkehr, Banken- und Finanzwesen, Kritische Infrastrukturen, für Ämter und Behörden, aber auch in der Industrie, Geschäftshäuser, Hotel- und Restaurantbetriebe bis hin zu Gefängnissen oder Stadien. Sind die Unterschiede Videoüberwachung so gering, oder bietet Ihr Unternehmen eine entsprechende Produktvielfalt?

 

Herr Grimm: Das stimmt, Videoüberwachung ist ein sehr breites Feld, das viele verschiedene Einsatzszenarien kennt. Jede dieser Branchen hat komplett unterschiedliche Anforderungen an eine IP-Kamera. Zum Glück bietet die Technik viele Möglichkeiten diesen gerecht zu werden. Denn inzwischen sind die IP-Kameras dank der Chip-Technologie leistungsstärker und intelligenter. Das begünstigt wiederum den Einsatz in neuen Bereichen.

So hat ein Einzelhändler völlig andere Einsatzszenarien als ein Verkehrsbetrieb. Der Retailer möchte beispielsweise den Eingang seines Geschäfts im Blick haben und dank der erweiterten Analysefunktionen statistische Daten für Marketingzwecke sammeln. Die Personenzählung wird hier bereits oft eingesetzt. Verkehrsbetriebe hingegen legen Wert auf technologisch ausgereifte Kameras, die beispielsweise auch in dunklen Tunneln gute Bilder liefern.

 

IT&MEDIA: Wie hat sich der Markt im Bereich Videoüberwachung verändert?

 

Herr Grimm: Der Markt erlebt nach wie vor starke Veränderungen. Während es Bereiche gibt, wo digital schon Usus ist, gibt es nach wie vor auch Segmente, wo wir uns noch mitten im Übergang von analoger zu digitaler Technik befinden. Generell lässt sich sagen, dass auch hier der Markt mit den Jahren immer komplexer geworden ist und inzwischen spezifische Lösungen angeboten werden. Wir erwarten, dass sich diese Entwicklung weiter verstärken wird. 

 

Das spiegelt sich auch in den verschiedensten Bedürfnissen der Anwender wider: Inzwischen unterscheiden wir bei Axis nicht mehr nur zwischen kleineren Firmen und großen Konzernen, sondern bieten auch spezielle Lösungen für das „Medium Business“ an, denn jeder Bereich hat seine eigenen spezifischen Ansprüche. Bei Axis bin ich für den Bereich Medium Business zuständig, der sich mit seinen Lösungen explizit an Unternehmen richtet, die sich selbst nicht mehr als „klein“ betrachten, aber auch keinen großen Konzern darstellen. Dort sind meist die IT-Verantwortlichen für den Bereich Sicherheit verantwortlich, die sich in die Thematik oft erst einarbeiten müssen.

 

IT&MEDIA: Wie sehr ist Ihre Technologie mit einer Gebäudetechnik verbunden?

 

Herr Grimm: Heutzutage ist die Vernetzung in neu errichteten Gebäuden bereits enorm und „Smart Building“ ist einer der prägenden Begriffe der Branche. Wichtig dabei ist jedoch, dass auch die Sicherheitstechnik von Anfang an in die Planung mit einbezogen wird. Auf der einen Seite müssen die Gewerke untereinander kommunizieren können – so sollten zum Beispiel die Brandschutztüren automatisch schließen, wenn sich Rauch oder Feuer entwickelt. Auf der anderen Seite gibt es Teile der Sicherheitstechnik, die separat verbaut werden sollten, damit sie nicht manipuliert werden können.

 

Für eine Vernetzung ist es essentiell, dass  von proprietären Systemen abgesehen wird. Denn diese schränken die Anwender enorm ein und lassen meist keine Integration von Drittanbieter-Produkten zu. Offene Systeme hingegen kommunizieren einfach und reibungslos mit Produkten anderer Hersteller und erleichtern den Alltag der Anwender.

Auch der weltweite Gebäudestandard KNX spielt eine wichtige Rolle. Wir haben dafür die ise smart app KNX, die Axis-Netzwerk-Kameras mit der KNX-Software ergänzt und so eine bidirektionale Kommunikation ermöglicht. Das vernetzt die Gebäudesteuerung mit dem Bereich Sicherheit.

 

Die App kommuniziert mit den Sicherheitsgeräten, wie einer IP-Netzwerk-Kamera, sowie dem KNX. Das bedeutet, dass zweiseitige Ereignisse ausgelöst werden können. Wird die Klingel auf der IP-Türsprechstation gedrückt, löst eine Lichtszene über den KNX-Bus aus. Ein anderes Beispiel ist der KNX-Bewegungsmelder, der die Aufnahme der Kamera startet, wenn er Bewegung erkennt. Das kann der Fall sein, wenn ein Bereich unerlaubt betreten wird.

 

IT&MEDIA: Stichwort Zutrittskontrolle, gibt es hier direkte Berührungspunkte zu dem Thema IT Security?

 

Herr Grimm: Ja, da gibt es definitiv einige Berührungspunkte. Die Zutrittskontrolle regelt den Zutritt zu Gebäuden und innerhalb zu einzelnen Bereichen. Daher muss das Zutrittskontrollsystem ebenfalls mit der Gebäudetechnik vernetzt sein wie mit dem Netzwerk-Videosystem. Die sogenannten „Internet-of-Things“-Geräte sind bei Hackern inzwischen äußerst beliebt, denn das Thema der IT-Security wird dabei oft vernachlässigt. Bei einer unsachgemäßen Installation, die den Security-Aspekt außer Acht lässt, können Situationen entstehen, bei denen Kriminelle Zugriff auf die Geräte erlangen. Daher ist es von enormer Bedeutung, die Geräte professionell zu installieren und sich auch über die Sicherheit Gedanken zu machen.

 

IT&MEDIA: Wenn sich ein Unternehmen mit dem Thema Videoüberwachung beschäftigt, welche einzelnen Schritte würden Sie vorschlagen, möglichst effizient zu einem Ergebnis zu gelangen?

 

Herr Grimm: Wir haben hierfür einen Fünf-Schritte-Plan entwickelt, der uns als Basis dient:

  1. Schritt individuelle Gebäudeanalyse: Bevor mit der Planung oder der Installation eines Sicherheitssystems begonnen werden kann, muss das Gebäude oder das Bauprojekt eingehend auf seine Risiken analysiert werden. Zum Beispiel: Die Zeit, die ein Eindringling benötigt, um in das Gebäude zu gelangen und welche Barrieren er dabei überwinden muss.
     
  2. Schritt Beachtung vorhandener Normen: Die technischen Anforderungen an ein Überwachungskonzept sind im Vergleich zu anderen Bereichen wie Hochspannung oder Klimatechnik relativ komplex.
     
  3. Schritt Integrationsmöglichkeiten überprüfen: Wenn sich die Mitarbeiterzahl stark verändert oder Bereiche hinzukommen, die besonders geschützt werden müssen, zum Beispiel durch Zugangsbeschränkungen, bieten digitale Technologien Möglichkeiten zur Integration weiterer Systeme. Das können Einbruchmelde- oder Brandmeldesysteme sein, die zu einem einheitlichen, bedienungs- und nutzerfreundlichen System zusammengeschlossen werden.
     
  4. Schritt Graphische Visualisierung: 3D-Zeichenprogramme sollten bereits so früh wie möglich bei der Planung eines Bauprojekts mit einbezogen werden. So ist es von großer Bedeutung, die Szene, die erfasst werden soll, im Voraus genau zu identifizieren und äußerliche Einflüsse zu berücksichtigen. Dazu gehören zum Beispiel Lichtverhältnisse oder feste Raumelemente, wie Säulen und Pfeiler. Axis Communications verfügt über Schablonen, mit Hilfe derer die gesamte Planung der Videosicherheitsanlage durch zum Beispiel Autodesk Revit® oder auch durch SketchUp® ermöglicht wird. Ebenfalls ein nützliche Tool ist der AXIS Site Designer, der von der Auswahl der passenden Kamera  über die Bandbreite  bis zum Speicherbedarf die  gewünschten Informationen  liefert.
     
  5. Schritt Implementierung: Bei einer guten Planung klappt auch die Umsetzung umso besser. Die Planer erhalten einen guten Überblick über den gesamten Raum, der überwacht werden soll, sobald sie alle Kameras in das Planungsdesign eingefügt haben. Sollten dabei Schwachpunkte auftreten, werden sie schnell erkannt und können bei der Installation vermieden werden.

 

IT&MEDIA: Auf dem 5. IT&MEDIA FUTUREcongress sind Sie mit einem eigenen Messestand vertreten. Welche Produkte oder Dienstleistungen wir AXIS bei der Präsentation in den Vordergrund stellen?

 

Herr Grimm: Auf unserem Stand erleben Sie eindrucksvoll die Funktionalität und das Zusammenspiel verschiedener Axis Produkte aus den Bereichen Video, Audio und Access Control unter unserer AXIS Camera Station Software. Besuchen Sie uns am Messestand E5. Weitere Informationen finden Sie zudem online auf www.axis.com sowie auf Twitter @Axis_DACH

 

IT&MEDIA: Prima, herzlichen Dank für das Gespräch. Wir freuen uns schon jetzt auf einen prima Auftritt spannende Aufnahmen.  

 

Das Interview führte Michael Mattis, Veranstalter IT&MEDIA FUTUREcongress
Dieses Interview wurde erstmals auf www.itandmedia.de/interviews.html veröffentlicht.

 

Sie finden die Axis GmbH am 23. Februar 2017 am Stand E5 in Frankfurt am Main.

Weitere Informationen und Kontakt:

Thorsten Grimm

Axis GmbH GmbH

Telefon: 089 35 88 170

www.axis.com

 

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